2020 Gedanken Weizenkorn UGoertz_RHagemann Drucken
Geschrieben von: Walter Hanel   
Donnerstag, den 16. April 2020 um 10:14 Uhr

„Das Weizenkorn muss sterben, sonst bleibt es ja allein“… ;    Bleibet allein, damit ihr nicht wegen Coronavirus  sterben müsst.“

 

Gedanken in der Karwoche und auch danach

„Das Weizenkorn muss sterben, sonst bleibt es ja allein“… ;                                                                         „Bleibet allein, damit ihr nicht wegen Coronavirus  sterben müsst.“

Was für ein Gegensatz in den heutigen Tagen. Tagtäglich warten wir gespannt auf die neuesten Zahlen zur Coronaverbreitung. Die Bilder von Krankenhäusern insbesondere aus dem Ausland aber auch die Nachrichten zu dieser Pandemie aus unserer näheren Umgebung, die immer wiederkehrenden Hilferufe von vielen, die schiere Ohnmacht gegenüber dem Unsichtbaren,  das Virus hat uns alle im Griff.                                                                                                                                  
Und dann gehen wir nach draußen in die Natur und erleben einen Frühling, der mit aller Macht sich ausbreitet. Auf den einsamen oder höchsten zweisamen Spaziergängen können wir genießen, wie die Kälte der Wärme weicht. Unsere Herzen freuen sich über die Sonne, den blauen Himmel, die Blumen   und den grünen Flaum über den noch braunen, geeggten Ackerflächen, der von  aufbrechendem Leben zeugt. Die Natur hat ihre Termine wegen Corona nicht abgesagt, im Gegenteil sie trotzt der Pandemie. Dieses blühende Leben gibt es nur, weil sich die Samenkörner nicht verweigert haben. Sie haben sich aufgemacht, aufgeopfert, damit Neues wachsen und entstehen kann. Hätten sie nur sich im Blick gehabt und alles, was an Lebensenergie in ihnen verborgen ist, umklammert und sich nicht geöffnet, draußen würde nichts blühen.

Das Lied vom Weizenkorn singt von diesem Geheimnis des Lebens und das ist auch das Geheimnis unseres Glaubens. … „Geheimnis des Glaubens: Im Tod ist das Leben“. Und das Leben sind wir, Du und ich, mit der Liebe Gottes verbunden. Und das spüren wir doch in den heutigen Tagen hautnah, Leben und Tod treten in unsere Mitte, das perlt nicht von uns ab.                                                                                                         

Sinnvollerweise müssen wir soziale Distanz einüben, und deshalb spüren wir, dass uns die Nähe, die Gemeinschaft, das tröstende und aufrichtende Wort gut tun. Wir brauchen einander, trostlos wird es, wenn wir uns nicht mehr sehen, wir fehlen uns und wir erfahren wie tödlich es sein kann, wenn der Egoismus unsere Gemeinschaft  eherrscht.   „Als Brot für viele Menschen hat uns der Herr erwählt; wir leben füreinander und nur die Liebe zählt.“ Wir erfahren tagtäglich, wie sich viele nicht schonen und sich ganz in den Dienst der Kranken und Pflegebedürftigen stellen, sich von der Not  aufzehren lassen und das tun , was sie können und das oft über ihre Grenzen hinaus. Wir erleben sie wie Brot, das ausgeteilt wird, Brot, auf das viele sehnsüchtig warten. Wo wir heute nicht mehr gemeinsam Eucharistie feiern können, kann für uns deutlich sichtbar werden, dass in der Hingabe dieser Menschen Eucharistie gelebt wird. Und jeder, der sich wie ein Brot austeilt und hergibt, berührt damit das Innerste unseres Glaubens, was wir an Ostern feiern und begehen, was Jesus uns vorgelebt hat.

„Im Tod ist das Leben“

(U. Görtz/ R. Hagmann)

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 16. April 2020 um 16:00 Uhr