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19 | 11 | 2019
Papst Pius X. PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Walter Hanel   
Freitag, den 23. August 2019 um 15:19 Uhr

Papst Pius X.

Pius X. Giuseppe Sarto (1835-1914), Sohn eines Bergbauern und Briefträgers, blieb seiner Herkunft trotz einer beachtlichen kirchlichen Laufbahn verbunden. Als Pfarrer verfasste er einen Katechismus mit etwa 570 Fragen. Dann kam eine Zeit an der bi­schöflichen Kurie, er wurde Bischof von Mantua, dann Kardinal und Patriarch von Venedig und wurde schließlich trotz seiner Ge­genwehr zum Papst gewählt. Das vatikanische Hofzeremoniell widerstrebte ihm, sein Anliegen war die Pastoral und die Liturgie, für die er als Prinzip die participatio actuosa — die tätige Teil­nahme des Volkes Gottes—formulierte. So förderte er die eucha­ristische Frömmigkeit, vor allem die häufige Kommunion, auch die Frühkommunion der Kinder, die Priesterausbildung und die Kirchenmusik Energisch betrieb er eine Kurienreform und brachte eine erste Kodifikation des kirchlichen Rechts auf den Weg, die unter seinem Nachfolger 1917 abgeschlossen wurde. Unerfahren in kirchlicher Diplomatie, geriet er in einen schweren Konflikt mit Frankreich um die dortige rigorose Trennung von Kirche und Staat. In der Instruktion des HI. Offiziums Lamentabili sane exitu und der Enzyklika Pascendi bekämpfte er den »Moder­nismus«, da die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Zeit den Glauben in seiner Substanz zu bedrohen schienen. Damit stan­den die Theologen bis zum

2. Vatikanischen Konzil unter einem Druck, der eine sachliche Erörterung der neuen Fragen schwer und zum Teil unmöglich machte. Der von ihm eingeführte, für kirchliche Amtsträger verpflichtende Antimodernisteneid wurde erst 1967 durch ein neues Glaubensbekenntnis ersetzt.

Quellenvermerk: TeDeum – Das Stundenbuch im Alltag, August 2019, S. 212, © ars liturgica Klosterverlag Maria Laach und Verlag Katholisches Bibelwerk Stuttgart. www.tedeum-beten.de